Die Analyse der Wahl in Niedersachsen durch die Friedrich-Naumann-Stiftung liegt Jetzt vor.
Hier die wichtigsten Ergebnisse:
Bei den positiven Aussagen zur FDP steht ein eher funktionelles Argument: Der Aussage „Mit der FDP kann Kanzlerin Merkel ihre Politik am besten umsetzen“ stimmen 44% zu. Der Aussage „Ich fände es gut, wenn die FDP in Niedersachsen wieder an der Regierung beteiligt wäre“ stimmen 37% zu, und der Aussage „Die FDP ist die einzige Partei in Deutschland, die für liberale Inhalte 13 einsteht“ stimmen 26% zu. Dagegen stimmen 67% der Aussage zu: „Die FDP hat in den letzten Jahren nichts bewegt“. 59% sagen: „Für die niedersächsische FDP wäre es besser, wenn Philipp Rösler bereits zurückgetreten wäre“; und 45% stimmen der Aussage zu: „Mit Rainer Brüderle an der Spitze würde die FDP heute besser dastehen“.
“Die FDP erreichte ihren höchsten Wähleranteil und die höchsten Zugewinne bei den über 60-Jährigen mit 13% (+4). In der jüngsten Wählergruppe erreichte die FDP verschlechtert 6% (-3). In den übrigen Altersgruppen kamen die Liberalen auf jeweils 8%.”
Aus meiner Sicht gibt es also zwei wichtige Punkte:
- Wer behauptet, Philipp Rösler habe den Wahlausgang positiv beeinflußt, irrt. Das Gegenteil ist der Fall.
- Die FDP ist für junge Wähler eher unattraktiv.
Weitere Analysedaten:
“Die FDP hatte ihre besten Ergebnisse bei den Selbständigen (23%), wo es mit +5 auch die höchsten Zugewinne gab. Bei den Beamten und bei den Rentnern wurden jeweils 10% erreicht; unterdurchschnittlich blieb die FDP bei den Arbeitern (7%/ +1) und bei den Arbeitslosen (4% /-4).”
“Die FDP hatte ihre besten Ergebnisse bei den Selbständigen (23%), wo es mit +5 auch die höchsten Zugewinne gab. Bei den Beamten und bei den Rentnern wurden jeweils 10% erreicht; unterdurchschnittlich blieb die FDP bei den Arbeitern (7%/ +1) und bei den Arbeitslosen (4% /-4).”
Dass die Grünen die direkte Konkurrenz der FDP sind, belegt: “Die Grünen hatten den deutlich größten Zuspruch bei den formal höher Gebildeten (21% / +7). In der Gruppe mit mittlerer Bildung kamen sie auf 12% (+6), in der Gruppe mit niedrigem Bildungsstand auf 7% (+3).”
Bedenklich erscheint das schlechte Abschneiden bei jungen Wählern: “Die FDP erreichte ihren höchsten Wähleranteil und die höchsten Zugewinne bei den über 60-Jährigen mit 13% (+4). In der jüngsten Wählergruppe erreichte die FDP verschlechtert 6% (-3). In den übrigen Altersgruppen kamen die Liberalen auf jeweils 8%.”
Genau umgekehrt ist das Ergebnis bei den Grünen: “Die Grünen erreichen bei den über 60Jährigen nur 8% (+4). Ihr bestes Ergebnis erzielten sie mit
19% (+8) bei den 18 bis 24-Jährigen; bei den 45 bis 59- Jährigen kamen sie mit deutlichen Zugewinnen auf 18% (+8), bei den übrigen Altersgruppen auf jeweils 17%.”
Gründe für die Wahlentscheidung: “Die Wähler der FDP stellten zu 56% (+5) die Wirtschaftspolitik in den Mittelpunkt ihrer Wahlentscheidung, gefolgt von den Bereichen Arbeitsmarkt (22%/ -2), Schule/ Bildung (19% /-1), Haushalt/ Verschuldung mit 16% und Soziale Gerechtigkeit mit 14% (-6). Das Thema Umwelt, Klima war für 10% (+4) von Bedeutung, das Thema Steuerpolitik für 12% (-5); 10% (+1) nannten den Bereich Familienpolitik, 11% (-5) das Thema Innere Sicherheit. Am wenigsten wichtig waren den FDP-Wählern die Themen Gesundheitspolitik mit 8% (-2) und Energiepolitik
mit 6%.”
“Der Netto-Stimmenzuwachs der FDP von insgesamt 76.000 Stimmen beruhte in erster Linie auf dem Zustrom von ehemaligen CDU-Wählern (+104.000). An die anderen Parteien gingen Stimmen verloren, so an die SPD (-20.000), an die Grünen (-9.000), an die Linke (-1.000), an die
Piraten (-5.000) und an andere Parteien (-7.000). Die FDP gewann +9.000 Stimmen von den Nichtwählern und 13.000 Stimmen durch Zu- und Fortzug hinzu. Im Zuge des Generationswechsels gingen -8.000 Stimmen verloren.”